00:00:03:
00:00:04: Ja,
00:00:04: herzlich willkommen zu einer Sonderfolge von Wir Kommunalen nachgefragt dem Podcast des Netzwerks junge Bürgermeisterinnen und Bürgermeister.
00:00:12: In den kommenden vier Ausgaben nehmen wir euch noch einmal mit auf unsere Jahreskonferenz-Zweißen-Sächsen-Zwanzig.
00:00:19: Statt klassischer Podcastgespräche dokumentieren wir zentrale Impulse und Diskussionen von beiden Konferenztagen.
00:00:25: Mein Name ist Henning Reichardt Witzel ich bin Verbandsgeschäftsführer des Netzwerk Junge Bürgemeisterinnen
00:00:30: Und ich bin Alexander Lehmann, Referent beim Netzwerk Junge Bürgermeisterin.
00:00:34: Künftig werde ich die Moderation dieses Podcasts übernehmen.
00:00:37: Den Auftakt dieser Sondereihe macht die Keynote von Christian Wulf Bundespräsident AD auf unserer Jahreskonferenz.
00:00:46: unter dem Titel Zusammenhalt und Zuversicht spricht er über die Zukunft unserer Demokratie den Wert von Empathie gesellschaftlichem Zusammenhalt
00:01:00: spannende Gedanken und gute Impulse.
00:01:03: Und
00:01:03: damit direkt hinein in die Aufzeichnung!
00:01:06: Ja, sehr verehrte Frau Bundestagsabgeordnete, liebe Frau Langen, lieber Herr Salomo als Vertreter der Bürgermeisterinnen- und Bürgemeister, liebe Bürgmeisterinnen und Bürgemeister, sehr geehrte Damen und Herren.
00:01:17: vielen Dank dass ich eingeladen wurde.
00:01:19: Ich hätte hier wahrscheinlich sogar zugesagt wenn nicht eingeladet worden wäre Weil ich mir einfach von Ihnen verspreche, dass es hier ganz stark um Zukunft geht.
00:01:27: Dass es ganz stark Umnachhaltigkeit geht und das Sie sehr nah dran sind an Bürgerinnen und Bürgern.
00:01:33: Ich war selber mit einundzwanzig Jahren stellvertretender Ortsbürgermeister und fünfzehn Jahre im Rad der Stadt Osnabrück.
00:01:40: Und manchen fehlt in Berlin die Erfahrung, die man als solcher macht Denn diese unmittelbare Begegnung zwischen Bürgernen und denen da oben, die irgendwas entscheiden.
00:01:51: was unten bei den Bürgeren ankommt ist etwas, was man nicht missen will.
00:01:55: Ich jedenfalls habe mein ganzes Leben davon enorm profitiert, dass ich kommunalpolitisch aktiver und könnte dazu jetzt sehr viel sagen.
00:02:05: aber wir sind hier fünfzehn bis zwanzig Minuten eingeräumt worden und selbst wenn ich mich danach sehr zurückhalte im Podium ist das eine verdammt knappe Zeit zu einem solch umfassend schwierigen Thema.
00:02:17: Die Relevanz des Themas ist klar.
00:02:20: Nur dreißig Prozent ehrenamtlicher Bürgermeister erklären, dass sie erneut kandidieren wollen und siebenzwanzig Prozent schließen es dezidiert aus.
00:02:30: Das zeigt schon welcher Druck auf Ehrenamtlichen wie Hauptamtliche Bürgemeisterinnen und Bürgmeistern liegt.
00:02:38: Und der Kommunalforscher Eckhardt Masiewski sagt wenn sich niemand mehr aus der Mitte der Gemeinde herausfindet werden sich Menschen aus den Rändern dieser Republik finden Und deswegen brauchen wir Menschen, die bereit sind sich zu engagieren.
00:02:53: Wer sich umschaut spürt Wir leben in schwierigen Zeiten und werden auf die Probe gestellt und mich wundert manchmal dass das nicht so klar beschrieben wird.
00:03:03: Wir erleben nämlich weltweit ein Ringen um die Zukunft und viel zu viele Akteure wirken hilflos oder rückwärtsgewandt.
00:03:11: Es geht um ganz fundamentale Fragen in der Welt.
00:03:15: Nämlich wollen wir kooperative Zusammenarbeit in den Vereinten Nationen, in der Europäischen Union oder wollen wir zurückkehren zur Recht des Stärkeren.
00:03:26: Wollen wir Rücksicht auf andere nehmen?
00:03:28: Oder nur nationale Interessen durchsetzen?
00:03:30: Wollen Wir Vielfalt oder einfältig werden?
00:03:33: Wollten wir Pluralismus oder Homogenität?
00:03:36: Wellen wir Minderheitenstutz oder eine Diktatur der Mehrheit?
00:03:40: Wollen wir mit einer Zukunftserzählung leben und Optimismus oder wollen wir denen verfallen, die nur noch in Untergangsszenarien denken?
00:03:50: Kämpfen wir für die Gleichheit aller Menschen in unseren Gemeinden und Städten.
00:03:55: Oder lassen wir zu, dass wieder hierarchisiert wird zwischen denen, die richtige Deutsche sind und denen, nicht so richtige Deutsche seien.
00:04:04: Sind wir weiterhin für den deutschen Standortvorteil der Konsenssuche oder entscheiden wir uns für Unversöhnlichkeit und Spaltung.
00:04:13: Am Ende ist es die Frage, wollen wir unsere liberale, weltoffene Gesellschaft und Demokratie verteidigen?
00:04:19: Oder wollen wir uns zulassen ständige Angriffe auf vermeintliche Lügenpresse, Justiz- oder Institutionen, wozu auch Amtsträgerinnen und Amtsträger gehören?
00:04:31: Was wollen wir?
00:04:33: Was will der einzelne Bürger in unserem Land?
00:04:36: wofür entscheidet er sich.
00:04:39: Heute, exakt auf den Tag genau hat eines meiner großen Vorbilder Nelsen Mandela nicht weit von hier im Deutschen Bundestag eine Rede gehalten am Zweihnzwanzigsten Mai nineteen sechsenneunzig und er hat gesagt ich habe das Ideal der Demokratie und der freien Gesellschaft hochgehalten in der alle Menschen in Harmonie mit gleichen Chancen zusammenleben.
00:05:03: Und gilt es heute noch dreißig Jahre später für alle?
00:05:06: dass wir zusammenleben in Harmonie und mit gleichen Chancen für alle?
00:05:10: oder gibt es wieder Hass, Verächtlichmachung über Heblichkeit, Ausgrenzung, Rassismus.
00:05:17: Ich finde es ist so richtig Anlass zur Sorge und zur klaren Formulierung wer eine Bürgermeisterin bedroht oder einen Bürgemeister beleidigt der greift eben nicht nur die Person an sondern er greift auch die Demokratie an.
00:05:32: Das müssen im Übrigen alle Beteiligten an Demokratie sich klarmachen.
00:05:36: Auch Medien, auch Justiz wo ich ja meine eigenen Erfahrungen gemacht habe Denn jetzt endlich ist es nach vielen Prozessen gelungen dass erstmals in Urteilen deutscher Zivilgerichte der Satz auftaucht das man bei den Persönlichkeitsrechten mit berücksichtigen müsse Dass die Demokratiemenschen brauche die sich als Demokratin und Demokraten zur Wahl stellen und dass man die Frage behandeln müsse, ob denn Menschen nicht auch deshalb geschützt werden müssen damit andere bereit sind auf Zeit ein Amt zu übernehmen.
00:06:08: Ich selber habe gerade diese Woche wieder knapp sieben tausend Euro bezahlt für einen Zivilprozess den ich am Ende nicht fortgeführt habe wo es um ein Foto meines Wohnhauses ging.
00:06:18: Ein früheres Wohnhaus war unbewohnbar geworden weil das in allen Medien also sozusagen durch den Kakao gezogen.
00:06:24: Wir haben ein neues errichtet und ich habe bis zum BGH erreicht, dass ein Bild dieses Hauses zum Schutz der Kinder nicht veröffentlicht werden darf.
00:06:32: Aber jetzt hat eine Zeitung das Haus ohne Ortsangabe veröffentlicht und da hat das Kammergericht Berlin in zweiter Instanz gesagt, das sei zulässig!
00:06:39: Und ich habe es gar nicht für das nicht bis zum bgh, denn der Prozess den ich bis zum bh geführt habe, der mich mit sechzigtausend Euro gekostet hat war der Prozess um einen fotografierten Einkauf von mir mit Einkaufswagen auf dem Edeka Parkplatz.
00:06:54: und der BGH hat am Ende nachdem ich alle Instanzen gewonnen hatte gesagt nein das ist Herrn Wulf zumutbar, dass ein Foto mit ihm und dem Einkaufswagen veröffentlicht wird.
00:07:02: Und dann müssen sich immer überlegen wer mit ihnen noch einkaufen gehen will ob sie sich so und so anziehen wenn sie einkauen gehen wenn sie nächsten Tag in einer Zeitung stehen können.
00:07:10: und da müssen sich auch rechtfertigen ob sie vier oder drei Lages Toilettenpapier Umwelttoiletten Papier oder feinmarschlich oder was er immer kaufen weil ja der gesamte Einkaufswagen dazu Diskussion steht.
00:07:21: Und das sind Skandalurteile aus meiner Sicht, wo man sicher sein kann dass die Richterinnen und Richter würde ihnen selber beim Einkauf jemand auflauern und Fotos machen.
00:07:31: Die Sache ganz anders betrachten würden aber offenkundig auch dort inzwischen einzelne die Fähigkeit verloren haben sich in die Rolle eines anderen hinein zu versetzen.
00:07:40: und das erklärt warum so manche überlegen ob sie sich für ein öffentliches Amt bereit erklären.
00:07:46: Denn ich war im Kassel mit Walter Lübcke meinem Freund Walter bei einer Veranstaltung mit vierhundert Muslimen und ein großes Bild von uns war in der Zeitung.
00:07:55: Und exakt auf den Tag, genau ein halbes Jahr später wurde er auf der Terrasse seines Wohnhauses in Kassel, in der Nähe von Kassl ermordet.
00:08:03: Das heißt die Frage vom Schutz von Politikern aufgrund von Hass- und Hetze im Netz.
00:08:08: Die sind alle aufgewiegelt worden im Netz gegen Walter Lübcke ist eine nicht theoretische Frage, keine abstrahierbare Frage sondern es ist eine sehr konkrete Frage von Leben und Tod.
00:08:19: Die große Frau des deutschen Widerstandes, Freyja von Moltke hat mir kurz vor ihrem Tod gesagt.
00:08:25: Herr Wolff es ist gar nicht so schwer zu erklären der Untergang der Weimarer Republik das war überhaupt der erste gelungene Demokratieversuch in unserem Land.
00:08:33: In den Neunzehnten, neunzehn bis drein und dreißig.
00:08:35: dann war schon wieder vorbei.
00:08:36: Sie sagte die Deutschen hatten das Gefühl verloren für ihr eigenes Land ihre eigene Gesellschaft selbst verantwortlich zu sein.
00:08:43: Das sei der Grund für den Fall von Weimar.
00:08:46: Das ist der Grund, warum ich mich bis zum heutigen Tage engagiere.
00:08:50: Weil ich glaube dass wir genau diese Verantwortung haben.
00:08:55: Es würde uns helfen wenn wir auf allen Ebenen in der Politik mit Bürgerinnen und Bürgern in den Dialog treten würden über die wahren Herausforderung Und nicht über die vermeintlichen.
00:09:06: es gibt hochrangige Politiker hier in Berlin Die sagen immer wieder sogar auch nachdem man sie darauf hingewiesen hat die Migration sei die Mutter aller Probleme Oder wir hätten drei Probleme in Deutschland.
00:09:17: Migration, Migration.
00:09:19: und Migration ist völliger Unsinn!
00:09:21: Wir haben da ein paar Herausforderungen aber die Probleme unseres Landes sind ganz andere Und ich will mal dreien nennen die aus meiner Sicht sehe.
00:09:29: das erste ist die Demografie dass in den nächsten Jahren Neunzehn Millionen Menschen in Ruhestand gehen aber nur zwölf Millionen Menschen nachkommen.
00:09:36: Das heißt da fehlen Steuerzahler Beitragszahler.
00:09:39: das lässt die sozialen Sicherungssysteme unter Druck geraten Und das kann man lösen, indem man Reserven am Arbeitsmarkt mobilisiert.
00:09:46: Indem man KI einsetzt.
00:09:48: Indim man geregelte Zuwanderung organisiert und in der man Sozialreformen macht.
00:09:52: aber man sollte nicht eine Gruppe zum Problem erklären die eher auf der Seite der geregelten Zuwarnung hilft als schadet.
00:10:02: Das zweite Problem ist Geopolitik.
00:10:04: Man sollte den Bürgerinnen und Bürgern sagen ja wir haben Jahre Jahrzehnte viel Geld verdient dass die Volksrepublik China unser Verlängerter Werkbankbereich war und ein großer Absatzmarkt war.
00:10:16: Und jetzt sind die Konkurrenten für uns, mit deutscher Ingenieurskunst zum Teil.
00:10:20: Jetzt müssen wir uns Neuländer suchen wie Indien, Südamerika oder Südostasien aber das ist eine riesige Herausforderung und deswegen stehen Automobilhersteller unter Druck die in der Vergangenheit viel Geld in China verdient haben.
00:10:31: Wir sollten drittens sagen dass die Kommunikation alles grundlegend infrage stellt.
00:10:37: Die Manipulierbarkeit durch das Netz ist so groß geworden.
00:10:41: Früher haben Länder Flugzeuge fliegen lassen, Flugplätze abgeworfen hinter der Front um die Leute zu informieren wie es wirklich sei.
00:10:47: Heute kann man zielgerichtet weltweit an bestimmte Gruppen und wir kriegen gar nicht mit was an unsere Kinder ausgesendet wird mit Algorithmen sehr personenbezogen Und wir müssen die Datenhoheit einzelner zurückerkämpfen.
00:11:01: Wir müssen in der Kommunalpolitik die Digitalisierung viel stärker berücksichtigen als einer der ganz großen Herausforderungen weil Demokratie Orte der Begegnung braucht wo Menschen mit Meinung A hingehen und dann aufgrund anderer Meinungen mit Meinung B wieder zurückkehren, während im Netz die Leute mit Meinung a reingehen und das dann so gespielt bekommen, dass sie rechthalberischer denn je für Meinung A bleiben.
00:11:24: Das ist etwas anderes ob man sich Auge in Auge gegenüber sitzt und der amerikanische Soziologe Ray Oldenburg hat schon neunundachtzig beschrieben was Gesellschaften zusammenhält.
00:11:34: Neben dem Zuhause als erstem Ort den Betrieb als zweitem Ort Brauche es den dritten Ort, Orte der Gemeinschaft wo sozialer Status keine Rolle spiele, wo das Gespräch die eigentliche Währung sei.
00:11:46: Die Kneipe des Cafés, dem Marktplatz, das Fahrheim und das Vereinzheim, die Bibliothek... ...die Kurprobe.
00:11:52: überall dort wo Menschen einfach zusammenkommen können entsteht das was Demokratie im Kleinen ist Das Aushalten von Verschiedenheit, das Zuhören, dass gemeinsame Urteilen gemeinsam gegen einsam zusammen zu trinken, zu essen und zu kommunizieren von Mensch zum Mensch.
00:12:09: Von Angesicht zu Angesichts mit respektvollem zugewandten empathischen Verhalten.
00:12:15: Während Empathie in Dänemark Schulfach ist und mit gigantischen Erfolgen bei der Jugendkriminalität hat der reichste Mensch dieser Erde Ellen Musk, der demnächst erste Billionär auf dieser Erde erklärt die größte Schwäche des Westens sei Empathies.
00:12:30: Wenn es einen Grund gibt, dass wir seit Einen- und Achtzig Jahren erstmals auf deutschem Boden in Frieden leben.
00:12:37: Dann ist der Grund darin zu suchen das wir gelernt haben Einfühlungsvermögen auch die Interessen der Polen Der Franzosen der Holländer zu sehen Und nicht nur eigene deutsche Interessen zu sehen.
00:12:47: und wenn dann ein Mensch erklärt Empathie isst Die größte Geschwäche dann sage ich ihnen dann werden wir dagegen Auf allen ebenden inhaltschlicht Position beziehen müssen.
00:12:57: Die große Soziologin Hannah Arendt aus Hannover-Linden hat sich jahrzehntelang mit der Frage beschäftigt, wozu Menschen fähig sind.
00:13:14: Fähig waren zu welchen Grausamkeiten.
00:13:16: und von Hannah Areandt stammt der Satz Der Tod.
00:13:19: der Empathie ist das erste und untrückliche Zeichen dass eine Gesellschaft auf dem Weg in die Barerei sei.
00:13:27: Das finde ich eine totale Mahnung, denn Demut, Empathie und das Anerkennen des Anderen sind die wichtigsten Kräfte eines Gelingen zusammenlebens.
00:13:36: Wenn Sie das fördern bei sich in der Gemeinde oder Stadt dann haben sie gute Entwicklungen, weniger Hass- und Hetze.
00:13:43: Und wenn Sie es nicht ins Zentrum stellen, bekommen wir immer mehr Probleme.
00:13:49: Was geschieht, wenn Dritte Orte verschwinden?
00:13:52: Der Britte King's North hat ein Buch geschrieben, Muriel England Im Jahr und er reiste durch das Land England, führte Gespräche mit Bauern, Kneipenbesitzern, kleinen Handwerkern, Bewohnern von Stadtteilen die dem Umbau und im Internethandel zum Opfer vielen.
00:14:09: Und beschreibt das schleichende Verschwinden von Orten mit Eigencharakter vom Blumenladen bis zum Kolonialwarenhändler.
00:14:17: Nutzbar ist das Wort!
00:14:18: Er setzt für jahlen Shopping Malls und gesichtslose Konsumräume kaum Begegnung ermöglichen, sondern nur noch Transaktion.
00:14:27: Irgendwie kann man den Brexit vorlesen und spüren, der dann kam als Zeichenderer da unten gegen die da
00:14:34: oben.".
00:14:35: Und dass dieser Verlust tief in die politische Psyche einer Gesellschaft reicht zeigt auch Didier-Ériban im Rückkehr nach Reims.
00:14:45: Der französische Soziologe kehrte nämlich in die Arbeiterwelt seiner Herkunft zurück und fragt sich warum so viele Menschen zum Rechtspopulismus neigen?
00:14:53: Weil die Räume des gemeinsamen Lebens, die lokale, die Vereinshäuser und die Orte an denen man unter seines Leichen war.
00:15:01: Und doch Teil von etwas größerem war verschwunden sein!
00:15:06: Mit ihnen ist auch das Gefühl des dazugehörends verblasst der Wirksamkeit.
00:15:12: Wenn man irgendwo sitzt und ist und zu Wort kommt dann hat man Wirksamkeit.
00:15:16: wenn man Zuhause am Computer sitzt Dann hat man eine scheinbar wirksamkeit aber immer auch eine große Ohnmacht.
00:15:22: wo keine dritten orte mehr sind entsteht keine gemeinschaft und ohne gemeinschaft keine demokratische gesellschaft.
00:15:28: die frage an sie ein kommunalpolitiker ist wie können zivilgesellschaft kommunen und kulturein richtungen räume bereitstellen in den demokratie geatmet und gelebt werden kann?
00:15:40: früher wurden runde geburtstage in der knallpum die ecke gefeiert.
00:15:44: heute sagt er gastronom das schnitzel und ne suppe Also, thirty-fünf Euro und dann die Getränke.
00:15:50: Und da wird das hochgerechnet.
00:15:51: Dann sehen die Leute, die Feier kann nicht stattfinden.
00:15:53: Früher wurden in kleineren Wohnungen... Heute sind die Wohnungen viel größer!
00:15:57: Wir können es ja statistisch ersehen.
00:15:59: In kleineren Wünnungen die Möbel zusammen gerückt und gefeiert.
00:16:02: Und heute wird eigentlich eher die Sache unangetastet gelassen.
00:16:06: Ich weiß dass hier junge Leute sind.
00:16:08: Deswegen kann ich wahrscheinlich mit werner Menge kaum um die Ecke kommen.
00:16:11: Aber manche gucken ja auch bei YouTube und so weiter alte Geschichten von extra drei oder eben dem ekel alfred.
00:16:17: Das ist jetzt ein bisschen was von Opa am Kamin, das gebe ich zu.
00:16:20: Aber sonst schauen Sie da noch mal rein!
00:16:23: Es gab in den siebziger Jahren große Konflikte zwischen Sozialdemokraten und Christdemokratinnen um Willi Brandt und die Ostpolitik.
00:16:30: Und es gab eine Fernsehserie, die jede Woche eben Grunde genommen den jungen Revolutionär und dem konservativen Alten in den unmittelbaren Dialogbreite kannte.
00:16:39: hier keiner mehr.
00:16:41: Also Ekel Alfred – und das war von Werner Menge einem großen Autor Das darlegen gesellschaftliche Konflikte mit Humor.
00:16:48: Und heute gibt es weder die Lindenstraße, noch Hans Rosenthal oder Kuhlenkampf oder Peter Alexander und Joachim Fuchsberger.
00:16:55: Jetzt macht demnächst die Kaulitzbrüder das.
00:16:59: Ob die Peter Alexander ersetzen?
00:17:02: Ich habe jetzt nichts zu den kritisch zu sagen aber ist eben die Frage ob es noch Kaminfeuer gibt wo Generationen übergreifen miteinander gerungen gestritten, humorvoll sich ausgetauscht wird.
00:17:12: So, da ich ja immer Zeiten die vorgegeben sind beachte will ich dann für die Diskussion nur noch sagen es gibt grundsätzliche Fragen zu Autoritäten und Respekt in der Analogenwelt.
00:17:22: Davor der Abgeordnete damals noch aus Bonn in seinen Wahlkreis und die Leute hingen an dessen Lippen wenn er berichtete.
00:17:29: heute kommt er aus dem Hauptstadtbereich Und die Leute haben über Social Media schon so viel gesehen dass sie den eigentlich der da kommt und vorträgt Für den am wenigsten informierten In der Runde halten.
00:17:39: Es gibt unglaublich viele Menschen in diesem Land die trauen sich ohne weiteres zu, morgen Bürgermeister zu machen und zwar besser zu machen als der Bürgemeister ist.
00:17:48: Also die Schwelle zu meinen man könne es besser man können sowieso.
00:17:51: und warum das überhaupt nicht könne?
00:17:54: Das hat's in der Form in der analogen Welt nicht gegeben was jetzt in der digitalen Welt an Selbstbewusstsein nach außen getragen wird.
00:18:02: In Zeiten von wachsenden Gesellschaften gibt es viele Verteilungsspielräume.
00:18:06: In Zeiten vor Nullwachstum gibt es viel zumodungen zu verteilen.
00:18:10: Wir hatten Phasen nach dem Krieg in Erinnerung des schrecklichen Krieges von Demut, dann hatten wir Gleichmut.
00:18:16: Die Leute haben gedacht Demokratie setzt sich von automatisch durch.
00:18:19: und jetzt haben wir teilweise Hochmut wo wieder Rassismus Nationalismus alte Geister aufleben die wir für überwunden glauben.
00:18:27: Vielleicht ist es wirklich leichter wie Ludwig Erd gesagt hat eine Gesellschaft von unten nach oben zu entwickeln als sie oben zu halten.
00:18:35: Und wenn ich sehe, dass Ludwig Erhardt in einem Buch was jetzt veröffentlicht wurde von vor fünfzig Jahren beschlägt hat, das gesamte Kanzleramt der Bundesrepublik Deutschland in den vergangenen Jahren.
00:18:48: Dann frage ich mich wie dieser Aufstieg des Landes Ost Trümmern zwanzig Jahre lang möglich war mit hundert und neunzehnem Kanzleabend?
00:18:55: Wenn ich sehe wie wenig heute möglich ist mit tausenden im Kanzelabend.
00:19:00: Und Sie als Bürgermeister haben natürlich diese Reglementierung, Bürokratisierung, Detailgenauigkeit jeden Tag zu ertragen.
00:19:07: Dass sie Strukturen haben die immer verfeinert wurden und deswegen ist die Kettensäge so populär.
00:19:12: Ich habe die Popularität von Herrn Melea aus Argentinien erlebt in Südamerika weil Leute sagen wir wollen ein bisschen den Mähtau weggenommen bekommen der da über unserem Land liegt.
00:19:22: und wenn sie ehrlich sind wie oft würden sie sagen können das genehmigen?
00:19:26: Wir machen das!
00:19:29: Und wie oft müssen Sie dem Antragsteller sagen, geht nicht.
00:19:32: Wird teuer?
00:19:33: Wird lange
00:19:33: dauern?".
00:19:34: Die Frage ist natürlich von Ohnmacht und Macht.
00:19:38: Wenn der eine die Macht unterstellt bekommt als Bürgermeister aber selber Ohnmarkt verspürt und der Bürger der Erwartung hat ohnehin nicht mal mehr da Machtgefühle bekommen wo er bei der Macht ist sondern gemeinsam die Ohn macht feiert dann weiß man das aus Ohn-Machts Gefühlen eben auch Gefühle andere Art entstehen und das eine der grundlegenden Ursachen sind für Hass, Hetze und Unzufriedenheit im Land.
00:20:07: Ich hätte gerne noch viel mehr gesagt wollte aber mit dem was ich gesagt habe nur sagen Sie sind hier an einem ganz zentralen Thema unter dem die Bundespolitiker leiden Die Landespolitiker die Kommunarpolitiker in besonderer Weise bei denen jeder weiß wo sie sind Wo sie wohnen wo sie leben wo man sie trifft auch die Familien in der Gemeinde eingebettet, auch die Kinder in den Schulklassen.
00:20:27: Es ist ein zentrales Thema über das wir hier reden und wenn von Ihnen und uns da Nachdenklichkeit ausgeht konkrete Vorschläge und die dann noch umgesetzt werden, kann über solch eine Initiative unser Land reformiert werden, verbessert, verändert werden.
00:20:43: also ich glaube fest daran dass viel anders zum Optimismus besteht aber wir müssen halt viele Leute die so behäbig.
00:20:56: Christian Wulf macht deutlich, Demokratie lebt nicht allein von Institutionen sondern vor allem von Menschen die Verantwortung übernehmen und miteinander im Gespräch bleiben.
00:21:06: In der nächsten Sonderfolge vertiefen wir dieses Thema.
00:21:09: dann folgt die Podiumsdiskussion mit Christian Wulff, Ricarda Lang, Felix Zweier und Dominik Brasch.
00:21:15: bis dahin bleibt neugierig.